Konzept der Klasse 10k

Berufsorientierung und Erkundung der regionalen Arbeitswelt (BEA)

 

Ausgangssituation

Die Erziehungs-und Bildungsziele des Schulzweiges für körperliche und motorische Entwicklung orientieren sich am individuellen Lern- und Förderbedürfnis der Schülerinnen und Schüler und richten sich je nach Bildungsgang nach den Bildungsplänen der allgemeinbildenden Schulen. Im Zusammenhang mit dem schulischen Lernen sind Selbständigkeitserziehung, Entwicklung und Stärkung von Selbstvertrauen, angemessener Umgang mit der Beeinträchtigung, Berufsfindung und berufliche Eingliederung zentrale Themen. (Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung)

Gegenwärtig (Januar 2017) befinden sich sechs Schülerinnen und Schüler in der Klasse 10k  mit Schwerpunkt Berufsorientierung und Erkundung der regionalen Arbeitswelt an unserer Schule.

 

Die Arbeit in der BEA – Klasse

Die Stundentafel sieht außer den Fächern Deutsch, Mathe Englisch/LPU, Geschichte, Erdkunde, Politik, Biologie, Physik, Chemie, Wirtschaft, Religion und Sport auch Projektunterricht und Unterricht an den Berufsbildenden Schulen vor und bildet damit eine optimale Basis für die weiteren Schritte zur beruflichen Integration. Diese Stundentafel ist ein unabdingbares Instrument, dem Ziel der gleichberechtigten Teilhabe und Chancengleichheit näher zu kommen.

An den Berufsbildenden Schulen finden sogenannte BO-Kurse (Berufsorientierung) statt, in denen verschiedene Fachbereiche, beispielsweise Gastronomie, Elektrotechnik, Bautechnik, Holz, Metall, Pflege und Farb- und Raumgestaltung, erkundet und ausprobiert werden.

Einmal in der Woche findet ein Projekttag statt, an dem Betriebe der Region und lebenspraktische Bereiche erkundet werden. Hierzu gehören zum Beispiel der Besuch von Werkstätten und Wohngruppen für Bewohner mit Beeinträchtigungen im lebenspraktischen Bereich, ebenso aber auch die Erkundung einer Schuldnerberatung, der Besuch eines Versicherungsmaklers, einer Wohnungsbaugesellschaft oder auch einer Bankfiliale. Hierdurch haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, grundlegende Aufgaben und Werte der Gesellschaft kennen zu lernen. Dieses erleichtert das Zurechtfinden in der Gesellschaft und schafft Identifikationsmöglichkeiten.

Umfassendere Transparenz und Flexibilität auch in Hinblick auf die weitere Berufswahl bieten den Schülerinnen und Schülern zwei 14-tägige Praktika innerhalb des Schuljahres.

Ziel der Klasse mit Schwerpunkt Berufsorientierung und Erkundung der regionalen Arbeitswelt ist die Förderung der Integration der Schülerinnen und Schüler im Sinne von gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Teilweise haben die Schülerinnen und Schüler ihren Förderschulabschluss Lernen bereits in der 9. Klasse erlangt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, diesen in der 10. Klasse zu erlangen. Des Weiteren ist es möglich, bei entsprechender Leistung in dieser Klasse den Hauptschulabschluss zu erwerben.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, dem BNW (Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft) und der GPS (gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit) erhalten sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch deren Eltern Informationen über den möglichen weiteren Werdegang. Der BIZ-Besuch, ein gemeinsamer Info-Elternabend, die Berufsberatung und diverse Einzelgespräche runden das Konzept ab.

 

Verfahren

Voraussetzungen für die Aufnahme in die BEA-Klasse (10k) sind lediglich die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in der 9k sowie ein formloser Antrag auf ein zehntes Schulbesuchsjahr. Darüber hinaus gibt es keine weiteren formalen Kriterien. Mit der Ermöglichung des zehnten Schuljahres vollziehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung der Gleichbehandlung der KmE-Schülerinnen und -schüler in Bezug auf die Schullaufbahn an unserer Schule. Gleichzeitig bieten wir eine Alternative zu anderen Bildungsangeboten wie Gemeinnützige Werkstätten u.a. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot reagieren wir auch auf den dringenden Wunsch der Eltern und Erziehungsberechtigten, die Berufsaussichten ihrer Kinder zu verbessern.

 

Ausblick

Im ersten Durchgang der BEA-Klasse im Schuljahr 2015/16 haben sich bei allen Schülerinnen und Schülern deutliche Entwicklungsfortschritte abgezeichnet.

Eine Schülerin hat nach Beendigung ihrer Schulzeit an der jetzigen Marion-Dönhoff-Schule eine Ausbildung zur Fachpraktikerin der Hauswirtschaft bei der GPS begonnen. Eine weitere Schülerin absolviert zurzeit über die GPS ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Schule an der Deichbrücke in Wilhelmshaven.

Des Weiteren besuchen eine Schülerin und ein Schüler die BBS in Wilhelmshaven und haben dort die Möglichkeit, ihr Berufsfeld zu erweitern.