Medienkonzept

 

Inhalt:

1.Grundlegendes

1.1. Begrifflichkeiten

1.2. Medien als Steuerungs- und Orientierungsinstanzen

1.3. Medienkompetenz als Bildungsziel

1.3.1. Definition

1.3.2. Aufgabenbereiche

2. Mediennutzung und Medienkompetenzerwerb im Unterricht

3. Ausstattung

4. Planung und Bedarf

5. Ausblick

 

1. Grundlegendes

 

1.1 Begrifflichkeiten

Lernen in der Schule ist stets mit dem Einsatz von Medien verknüpft. Damit sind sie ein unabdingbarer Bestandteil erfolgreichen Lernens in der Schule. Medien im klassischen Sinne sind Tafel, Buch, Zeitung, Plakat, Film etc. Unter den sogenannten „Neuen Medien“ versteht man die auf digitaler Grundlage arbeitende Multimediatechnologie.

Die klassischen Medien sind nicht zuletzt durch ihren traditionellen Gebrauch fest im Unterricht verankert. Die „Neuen Medien“, mit all ihrem Potential für ein erfolgreiches Lehren und Lernen und ihrer Einbindung in den Alltag der Menschen finden nach und nach ihren Einzug in die Schule. Daraus ergibt sich die Forderung nach einer konzeptionellen Einbindung in den Schulalltag, die zu einer sinnvollen Unterstützung der Lernprozesse beiträgt.

 

1.2 Medien als Steuerungs-und Orientierungsinstanzen

Werner Faulstich, ein renommierter Medienwissenschaftler, betrachtet Medien in unserer Gesellschaft als „Steuerungs- und Orientierungsinstanzen“. „In wirtschaftlicher Hinsicht“ gilt dies z.B.: „für die Grundlagen einer funktionierenden Produktion und Distribution von Waren jeglicher Art.“ „Unsere Volkswirtschaft bräche“, so Faulstich weiter, „ohne Computertechnik sofort zusammen.“

In politischer Hinsicht sind Medien ebenso wichtig: „Politische Entscheidungen würden ohne Medien folgenlos bleiben […]. Öffentlichkeit ist heute vorwiegend Medienöffentlichkeit; eine Demokratie ohne Medien wie Tageszeitung, Fernsehen, Plakat […] wäre für die Massengesellschaft gar nicht vorstellbar.“

„Auch das soziale System“, so Faulstich weiter, „unsere alltägliche Kommunikation und Interaktion untereinander, kann sich der Medienbestimmtheit nicht mehr entziehen. Viele Gesprächsinhalte rekurrieren direkt oder indirekt auf zuvor rezipierten Medien, viele Einstellungen, Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte, ganz allgemein unsere Vorstellungen basieren auf bestimmten Formen, Perspektiven, Wahrnehmungsmustern, die von den Medien und unserer Mediensozialisation vorgeprägt wurden.“ Insgesamt „begleiten und beschäftigen uns“ Medien „Tag für Tag von morgens bis abends und beeinflussen unser scheinbar ‚privates‘ Wahrnehmen, Fühlen, Agieren ganz fundamental […].“ (Faulstich 2000, S. 7)

Sich der medialen Entwicklung zu entziehen, stünde konträr zur gesellschaftlichen Entwicklung. Im medienpädagogischen Kontext muss man vielmehr den kompetenten und reflektierten Umgang mit Medien schulen.

 

1.3 Medienkompetenz als Bildungsziel

Die Ausbildung der Medienkompetenz wird dadurch zu einem zentralen Aspekt. Nur eine umfassende Medienkompetenz ermöglicht es den Bürgern sich in einer durch Medien stark geprägten Welt zurechtzufinden und sich aktiv in der Gesellschaft zu behaupten. Dazu ist es nicht nur notwendig, Medien bedienen und nutzen zu können, sondern darüber hinaus diese durchaus kritisch zu reflektieren oder selbst zu erzeugen (vgl. Schorb in Hüther/Schorb (Hrsg.) 2005, S. 257). Medienkompetenz versteht sich folglich als Voraussetzung für eine erfolgversprechende Fähig- und Fertigkeit, sich in dem durch Medien geprägten Lebensraum zurechtzufinden.

Die Aufgabe von Schule besteht nun darin, die Lernenden entsprechend den Herausforderungen der späteren Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten.

 

1.3.1 Definition

Medienkompetenz bezeichnet nach Dieter Baacke das Können, Medien und ihre Inhalte zu nutzen und zu interpretieren. Die Begrifflichkeit wird von Baacke in mehrere Dimensionen unterteilt: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.

„Der Teilbereich der Medienkritik umfasst dabei eine analytische Dimension (z.B. mit dem Ziel, problematische gesellschaftliche Prozesse (z.B. Konzentrationsprozesse) in ihren Auswirkungen erkennen zu können), eine reflexive Dimension (mit dem Ziel, analytisches Wissen auf sich selbst und sein Handeln anwenden zu können) sowie eine ethische Dimension (mit dem Ziel, analytisches Denken und reflexiven Rückbezug sozial zu verantworten und abzustimmen).

Medienkunde ist zu verstehen im Hinblick auf Wissen und Können. Dieser Teilbereich beinhaltet eine informative Dimension (klassische Wissensbestände wie ‚was ist ein duales Rundfunksystem?‘) sowie eine instrumentell-qualifikatorische Dimension (d.h. die Fähigkeit, Mediengeräte bedienen zu können). […]

Der dritte Teilbereich ist die Mediennutzung, in die im Unterschied zur instrumentell-qualifikatorischen Dimension der Medienkunde auch die Zielorientierung eingeht. Der Teilbereich Mediennutzung beinhaltet die Dimension der vorrangig rezeptiven Anwendung von Medien als auch die Dimension der interaktiven Nutzung von Medienangeboten.

Mediengestaltung schließlich kann ausdifferenziert werden in eine innovative Dimension (im Sinne von Veränderungen und Weiterentwicklungen des Mediensystems) sowie eine kreative Dimension, bei der es um ästhetische Varianten geht, als ein Über-die-Grenzen der Kommunikationsroutine hinausgehen.“ (Vollbrecht 2001, S. 61)

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz -10.05.2013)

 

1.3.2 Aufgabenbereiche

Um die genannten Dimensionen für den schulischen Kontext zu konkretisieren, bieten sich die folgenden fünf Aufgabenbereiche an. Zwei Handlungsbereiche (I, II) werden durch drei Inhalts- und Reflexionsbereiche (1, 2, 3) ergänzt:

 

Handlungsfelder

1 Das Auswählen und Nutzen von Medienangeboten für Informationen und Lernen, für Unterhaltung und Spiel, für Austausch und Kooperation sowie für Analyse und Simulation versteht sich als Handlungsbereich I. Dazu zählen auch digitale Hilfsmittel zur Übertragung und Speicherung (WPK Informatik 6), zur Bearbeitung und zur Präsentation von Information (WPK Informatik 7), wie Browser, Suchmaschinen, Datenbanken (WPK Informatik 9) und Software zur Gestaltung von Texten, Grafiken, Bildern und Tönen (WPK Informatik 6 & 7), Kalkulations- und Simulationsprogramme (WPK Informatik 7, Physik Klasse 7 & 8) (vgl. Medienwelten im Wandel von Christine Trültzsch-Wijnen, Sascha Trültzsch, Christina Ortner 2012, S. 99).

 

2 Das Gestalten und Verbreiten eigener Medienbeiträge, z.B. von Fotos bzw. Bildern und schriftlichen Texten, von Hör- und Videobeiträgen sowie von interaktiven Beiträgen sind der Handlungsbereich II. Dies kann im Rahmen der Mitgestaltung der Schulhomepage, eigener Präsentationen, dem Anfertigen von Hör- und Computerspielen oder Videos erfolgen.

 

Inhalts- und Reflexionsbereiche

1 „Sprache der Medien“ verstehen und bewerten, z. B. durch Vergleichen von Zeichensystemen, Absichten, Gestaltungstechniken und –arten, durch Beurteilen der spezifischen Möglichkeiten und Grenzen. Geht es – bei der Nutzung oder bei der Erstellung von Medien – überwiegend darum, die Sprache der Medien zu analysieren, zu verstehen und diese Möglichkeiten für eigene Zwecke zu nutzen, ist dieser Bereich angesprochen. Das bedeutet, Gestaltungsformen (z.B. Bild, gesprochene Sprache, Zeichentrick, Film), zugehörige Gestaltungstechniken (z.B. Überschriften, Tonmischen, Kameratechniken) und Verarbeitungsformen (z.B. Verknüpfung multimedialer Bausteine) kennenzulernen, zu reflektieren und bewusst anzuwenden, um bestimmte Gestaltungsabsichten umzusetzen.

 

2 Wirkungen von Medien erkennen und aufarbeiten, z. B. im Hinblick auf Gefühle, Vorstellungen von Realität, Verhaltensorientierungen oder soziale bzw. gesellschaftliche Zusammenhänge. Wenn bei der Auseinandersetzung mit dem Thema die Einflüsse und Wirkungen der betreffenden Medien im Mittelpunkt stehen, dann wird dieser Bereich tangiert. Hier kann es um die Einsicht gehen, dass durch Mediennutzung Gefühle, Vorstellungen von Realität, Wertorientierungen und selbst das Verhalten beeinflusst werden. Entsprechende Einsichten und Kenntnisse sind umgekehrt auch bei der Gestaltung eines Mediums von Bedeutung.

 

3 Bedingungen der Produktion und Verbreitung von Medien in ihren gesellschaftlichen Kontexten durchschauen und beurteilen, z. B. unter ökonomischen, rechtlichen, institutionellen, personellen und politischen Aspekten. Mit Aufgaben, die z.B. die technischen, ökonomischen, rechtlichen, institutionellen Bedingungen von Produktion und Verbreitung von Medien behandeln, wird der dritte Reflexionsbereich abgedeckt. Dazu gehören u.a. auch Aspekte wie Informations- und Meinungsfreiheit, Urheberrechte, Datenschutz, Datensicherheit im Netz, öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Strukturen. Auch diese Themen können bei der Analyse, aber auch bei der Erstellung eines Mediums relevant werden und lassen sich am Beispiel unterschiedlicher Medienarten untersuchen.

(Quelle: Portfolio: Medienkompetenz; Bertelsmann Stiftung, Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, NRW)

 

 2. Mediennutzung und Medienkompetenzerwerb im Unterricht

Die Vermittlung von Medienkompetenz betrifft alle Fächer und sollte somit auch fächerübergreifend erfolgen. Grundlage für einen ausreichend kompetenten und reflektierten Umgang mit digitalen Medien ist jedoch zunächst der Informatikunterricht. Hier muss der schulinterne Lehrplan fachinterne und fächerübergreifende Elemente enthalten, er muss zudem auf Projektunterricht zurückgreifen und sich auch auf außerschulisch durchgeführte Maßnahmen stützen.

Ab Klasse 6 wird in der Marion-Dönhoff-Schule an einer Variante des Computerführerscheins gearbeitet, so dass grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler bis Klasse 8 über ein zertifiziertes Mindestmaß an Computerkenntnissen verfügt. Schrittweise vertieft (nach dem didaktischen Spiralprinzip) werden diese Kenntnisse im Informatik-Wahlpflichtunterricht. Wünschenswert ist eine Ermöglichung der Ausweitung dieser Kurse sowohl in die Breite als auch in die Tiefe. Es wird immer wieder versucht, einzelne Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen in die Betreuung der schuleigenen Websites einzubeziehen, indem ihnen die Funktionsweise von Content-Management-Systemen nähergebracht wird.

 

Informatik

Der Wahlpflichtunterricht am PC wird wie ein eigenständiges Fach mit eigenem Curriculum und Benotung behandelt. Trotzdem werden immer wieder Inhalte aus anderen Fachbereichen eingebunden (z.B. Excel für mathematische Aufgaben, Präsentationen für Deutsch, Recherchen oder die Arbeit mit Google für GEP usw.), da der Computer als Mittel und nicht als Selbstzweck genutzt werden soll. In den einzelnen Klassenstufen werden im Unterricht u.a. folgende Themen durchgenommen:

Klasse 6

Grundlagen und Bestandteile des Computers und allgemeine Kenntnisse über Medien allgemein werden vermittelt, sowie der Umgang mit der Textverarbeitung in Word, Präsentationen mit Powerpoint und die Tabellenkalkulation mit Excel, außerdem vereinfachte Stufen der Programmierung.

Klasse 7 und 8

In den Klassen 7 und 8 geht es um weiterführendes Arbeiten und Grafikbearbeitung mit Word, Präsentieren mit Powerpoint und Arbeiten mit Excel. Im Bereich Internet stehen Recherchen, Möglichkeiten und Gefahren – was ist erlaubt, was ist verboten? – im Mittelpunkt, außerdem werden soziale Netzwerke kritisch in den Blick genommen und die Grundlagen der vereinfachten Programmierung ausgebaut.

Klasse 9 und 10

Hier geht es um die weitere Verfeinerung der Kenntnisse im Bereich des Office-Pakets einschließlich der Arbeit an Datenbankprogrammen. GrafStat wird eingesetzt. Außerdem werden Bewerbungen geschrieben (Layout etc.), die Internetrecherche zu Arbeitsplätzen u.a. wird angeleitet und es werden die Programmierkenntnisse verbessert. Darüber hinaus geht es um die Hardware des PCs und es werden vertiefende Projekte angeboten.

 

Fachunterricht

Die Computer in den Klassen und im Computerraum werden aber darüber hinaus selbstverständlich auch weitreichend in den verschiedenen Unterrichtsfächern als Arbeitsmittel genutzt. Es liegen hier vielfältige Erfahrungen beider Standorte vor und es finden sich in den Bildungsstandards und Kerncurricula jeweils konkret formulierte Kompetenzanforderungen zur Medienbildung. Allen Fachbereichen ist gemeinsam, dass die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden müssen, angemessene Recherchemöglichkeiten einsetzen zu können sowie zeitgemäße Präsentationstechniken zu beherrschen. Die folgenden kurzen Ausführungen gelten entsprechend für die nicht eigens erwähnten Fächer.

 

Sprachen

Für den Fachbereich Sprachen (zu dem die Fächer Deutsch, Englisch und Französisch gehören) ist zunächst zu sagen, dass der Einsatz der Computertechnik insbesondere auf den Gebieten Textrezeption und Präsentation und in der individualisierten Förderung Erfolg verspricht. Grundsätzlich wünschenswert wäre auch hier die verstärkte Arbeit mit Whiteboardmaterialien. Diese werden teils von den Verlagen als sinnvolle Ergänzung zu den Unterrichtswerken (in Teilen sogar als Ersatz derselben) zur Verfügung gestellt. Für einen Gewinn bringenden Einsatz der Technik müssen weitere Allgemeine Unterrichtsräume mit einem VISU-Board ausgestattet werden. Die Arbeit mit (einfach ausgestatteten) Laptops oder Tablets bietet aus pädagogischer Sicht entscheidende Verbesserungen für die Schülerinnen und Schüler mit Lese-/Rechtschreibschwäche und ähnlicher Problematik. Des Weiteren haben wir Erfolge bei der Arbeit mit Sprachlernschülern in den PC-Räumen festgestellt (z.B. auf der Cornelsen-Plattform).

 

Mathematik und Naturwissenschaften

Besonders der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich bietet zahlreiche Möglichkeiten, Unterrichtsstunden z.B. in Form von Keynote- oder PowerPoint-Präsentationen aufzubauen. Vorteil: Farbige Bilder und Grafiken sowie Videos können eingebunden werden. Außerdem kann direkt in die Präsentationen eingegriffen werden und es können mit einem integrierten Pointertool Dinge hervorgehoben werden.

Whiteboard-Apps ermöglichen auch das freie Arbeiten wie an einer Tafel; eine Vielzahl weiterer Apps unterstützt den täglichen Unterricht. Diese lassen sich sehr schnell aktivieren und einbinden. Durch den Einsatz von Computern können Simulationen von Versuchen im Fach Physik in allen Jahrgangsstufen effizient erfolgen. Hier geht es z.B. um elektrische Schaltkreise, Hebelversuche, Flaschenzüge und Messanordnungen. Die Rechner werden außerdem benötigt zur Sammlung und Auswertung von Messergebnissen sowie der entsprechenden grafischen Darstellung. Die Fähigkeit, Diagramme anzufertigen und zu interpretieren bildet eine Grundlage zeitgemäßer und sachgerechter Kommunikationsfähigkeit. Ferner lassen sich Merlin-Medien und andere Filme/Medien abspielen und bearbeiten. Schüler und Lehrer tragen Präsentationen vor und nutzen den PC zur Beschaffung und Bewertung von Informationen. Dabei sind für das Fach Physik Notebooklösungen grundsätzlich vorzuziehen; es werden funktionierende Internetverbindungen benötigt. Es ist eine Vielzahl internetgestützter Medien (von Universitäten, anderen Schulen, Medienzentren und Verlagen) verfügbar, deren Einsatz im Unterricht von hohem Nutzen wäre. Diese Ausführungen gelten analog für die Fächer Biologie und Chemie.

Der Fachbereich Geschichte, Erdkunde, Politik greift u.a. auf digitales Kartenmaterial zurück, das von den Schulbuchverlagen angeboten wird. Die Karten bieten eine deutlich höhere Variationsbreite als herkömmliches Material und können in verschiedenster Weise bearbeitet werden. Zeitliche Verläufe sind den Schülerinnen und Schülern erheblich besser zu vermitteln, weil sie durch das An- und Abschalten einzelner Ebenen und Elemente transparenter werden. Markierungstools sowie zahlreiche weitere Möglichkeiten erleichtern die Vermittlung der Unterrichtsinhalte durch optimierte Visualisierung. Voraussetzung ist auch hier die entsprechende technische Ausstattung der Klassenräume. Erfolgreiche und pädagogisch wertvolle Simulationsspiele wie ‚ecopolicy‘ – die eine eigene motivierende Dynamik entfalten können – hängen ebenfalls wesentlich von der technisch einwandfreien und schnellen Funktionsweise ab.

 

Im Fachbereich Arbeit – Wirtschaft – Technik (mit Hauswirtschaft) wäre es sinnvoll, wenn zukünftig verstärkt mit dem Whiteboard gearbeitet werden könnte. Auch im Fach Wirtschaft könnten Simulationsspiele (z.B. zum Thema Geld, Börse, Wirtschaftskreislauf, etc.) eingesetzt werden. Der Fachbereich benötigt außerdem Moderationskoffer für Referate, Hygieneschulungen (Hauswirtschaft), etc., sowie mobile Einheiten mit Laptop und Beamer für Klassenräume ohne Whiteboard. Analoges gilt auch für das Fach Religion, dessen religionspädagogische Inhalte mit Whiteboard oder mobiler Einheit und entsprechender Software medial angemessen aufbereitet werden können.

 

Abschließend ist zu erwähnen, dass zur sinnvollen Nutzung (auch in den nicht eigens erwähnten Fächern) selbstverständlich die qualifizierte Anleitung der Kolleginnen und Kollegen erforderlich ist, die hierfür sowohl allgemein als auch fachbezogen immer wieder entsprechend geschult werden müssen. Dies ist nur zum Teil durch schulinterne Maßnahmen möglich.

 

3. Ausstattung

Nahezu jeder Klassenraum ist mit einem Rechner plus Drucker ausgestattet, in der Regel besteht eine Internetverbindung in den Klassenräumen. Im Lehrerzimmer stehen zwei Einzelrechner und ein Drucker zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Lehrerzimmer mit einem W-Lan-Netz ausgerüstet, das allen Lehrkräften zugänglich ist.

Seit 2017 verfügt der Standort über 13 VISU-Boards, die die älteren Promethean-Boards ergänzen. Des Weiteren gibt es im Bereich der ehemaligen Herbartschule einen Computerraum mit 18 PCs. Außerdem sind zwei weitere Räume im Bereich der Naturwissenschaften mit 19 PCs bzw. 28 PCs vorhanden.

Folgende Räume sind mit VISU-Boards ausgestattet: 0.006, 0.025, 1.007, 1.050, 1.057, 0.008, 1.001, 1.048, 0.059, 1.005, 1.018, 1.055 sowie der Französischraum (1.016).

Die Verwaltung der Schülerdaten erfolgt mit SIBANK+ und DaNiS. Für die Erstellung der Zeugnisse mit WINZEP stehen gesondert 3 Laptops zur Verfügung.

Die Erstellung von Stunden- und Vertretungsplänen läuft zentral über einen Laptop der Schulleitung mit der Software Untis. Die Aufstockung auf WebUntis und Untis-Multiuser führte zu mehr Sicherheit bezüglich der Datenbackups.

 

4. Planung und Bedarf

Klassenraumausstattung: Auf mittlere Sicht ist die Ausstattung aller allgemeinen Unterrichts- und der Fachräume mit vernetzten VISU-Boards inkl. Soundsystem, eingebautem Rechner, zusätzlichem HDMI-Port sowie USB-Anschlussmöglichkeiten vorgesehen. Für das Frühjahr 2018 sind folgende Räume für die Ausstattung mit VISU-Boards eingeplant: Raum 1.062, 0.061, 1.015, 1.026, 0.066 und der kommende Multifunktionsraum im NW-Bereich.

Räume, die bisher noch nicht über mindestens einen PC und Drucker verfügen, müssen schnellst möglichst nachgerüstet werden.

Ferner (ab nächstem Schuljahr) sollen alle Klassen- und Kursbücher in Form von elektronischen Klassenbüchern geführt werden. Dazu sind vernetzte mobile Rechner in jedem Klassen- und Kursraum erforderlich oder jede Lehrkraft wird mit einem Laptop bzw. einem Tablet mit Tastatur ausgestattet.

Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass unsere KME-Klassen gesondert berücksichtigt werden, da hier aus didaktischen Gründen häufig mit differenzierenden elektronischen Lehrwerken gearbeitet wird. Diese Lösung schließt eine schrittweise vorzunehmende Schulung der Kolleginnen und Kollegen im effizienten Umgang mit den Boards ein.

Fachraumausstattung: Hinsichtlich des Informatikunterrichts ist die Auflösung der Räume 1.035 und 1.036 geplant, da der naturwissenschaftliche Bereich umgebaut werden soll. Da für den Informatikunterricht zwei feste PC-Räume benötigt werden, wird der Raum 1.015 mit 28 Schülerarbeitsplätzen erschlossen werden müssen.

Für naturwissenschaftliche und sonstige Fachräume gelten außer den fachraumspezifischen Notwendigkeiten prinzipiell die gleichen Erfordernisse wie bei sonstigen Klassenräumen bezüglich der digitalen Ausstattung.

Schulausstattung: Grundsätzlich soll auf mittlere Sicht zunächst jeder Jahrgang mit einem Laptopwagen inklusive eines Klassensatzes Laptops (28 Geräte) mit Aufladevorrichtung ausgestattet werden. Dies soll von Klasse 5 nach Klasse 10 aufsteigend geschehen. Hinzu kommt ein zusätzlicher Laptopwagen mit 30 Laptops für die Mittagsbetreuung. Darüber hinaus werden zwei weitere Laptopwagen mit je 14 Laptops für die Recherche, Dokumentation und Präsentation von Gruppenarbeiten und die Simulation von Experimenten für den naturwissenschaftlichen Bereich benötigt. Des Weiteren sind zwei Wagen für den musisch-kulturellen Bereich und den Technikbereich notwendig.

Eine essenzielle Voraussetzung für das Arbeiten mit Laptops in verschiedenen Klassenräumen ist eine vollständige Ausleuchtung des gesamten Gebäudes mit einem W-Lan-Netz und einer zügigen Internetanbindung der Schule. Die Präsentation der erstellten Schülerarbeiten auf dem VISU-Board muss nicht nur innerhalb von festen PC-Räumen (Netopvision), sondern grundsätzlich jeder Lerngruppe in jedem Raum praktikabel ermöglicht werden.

Die Schule beabsichtigt, die umfangreichen und erprobten Möglichkeiten eines Forums wie IServ o.ä. zu nutzen, das dazu angetan ist, die kommunikativen Strukturen erheblich zu verbessern und eine der Grundlagen für ein wirklich kooperatives Lernen bilden kann. Der Austausch zwischen Eltern, Schülern und Lehrkräften über sämtliche schulischen Belange erhält durch dieses Hilfsmittel entscheidende Impulse, die nicht ungenutzt bleiben dürfen. Der Zugriff auf das Netzwerk der Schule und somit auf die Daten in den eigenen Profilen von zu Hause aus muss den Lehrkörpern umgehend ermöglicht werden.

 

5. Ausblick

Abschließend sollen wesentliche Bereiche genannt werden, in denen Entwicklungsbemühungen weiter zu entfalten sind bzw. in denen noch Entwicklungsarbeit angestoßen werden muss. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass medienbezogenes Lernen an der Marion-Dönhoff-Schule aufgrund der absehbaren gesellschaftlichen Entwicklung weiter zu vertiefen ist. Als Fernziel ist sicherlich die selbstverständliche Nutzung von Note- und Netbooks, Tablets etc. durch nahezu alle Schülerinnen und Schüler als Lernwerkzeuge im Unterricht zu formulieren. Auf lange Sicht gilt es, sich von fest installierten Einheiten (Computerräume) zu verabschieden und von jedem/r Schüler/in die Nutzung des (eigenen) Computers als Arbeitsgerät zu erwarten. Hier können wir uns Dualboot-Tablets als praktisches Werkzeug vorstellen, um die Vielfalt von Androidapps und die Vorteile von Windows 10 als Workstation für Officeanwendungen nutzen zu können. Bedeutsamste Baustelle ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung einer praktikablen Servicestruktur, um die reibungslose Nutzung der Computer zu ermöglichen. Zudem bedarf es passender Finanzierungskonzepte, um auch finanziell benachteiligten Schülern/-innen die Nutzung des Computers als Arbeitsgerät zu ermöglichen. Die Evaluation der bereits umgesetzten Initiativen (Notebookklassen, Medienbausteine etc.) ist für die Weiterentwicklung des Medienkonzeptes der Marion-Dönhoff-Schule von zentraler Bedeutung. Hier sind Instrumente wie z.B. Umfragen zu entwickeln, die auch didaktische Schwerpunkte setzen und somit für die Unterrichtsentwicklung genutzt werden können. Im Rahmen der Entfaltung einer progressiven Lernkultur ist auch weiterhin nach Möglichkeiten zu suchen, das Potential der Medien voll auszuschöpfen und es für Lehr- und Lernprozesse im Sinne eines pädagogischen Zugewinns nutzbar zu machen. Im Zuge dieses Bemühens gilt es grundsätzlich, Tendenzen einer Technologisierung von Bildung zu widerstehen.

 

 

Quellen:                

Faulstich, Werner (Hrsg.): Grundwissen Medien. München 2000 (4. Aufl.), S. 7.

Schorb, Bernd: Medienkompetenz; in: Hüther, Jürgen/Schorb, Bernd (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. München 2005, S. 257-262.

Portfolio: Medienkompetenz; Bertelsmann Stiftung, Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, NRW.

Vollbrecht, Ralf: Einführung in die Medienpädagogik. Weinheim. Basel 2001.

 

 

 

Stand: Oktober 2017